Mittwoch, 17. Juni 2015

Goldeimer macht Festivals grüner

Wer kennt sie nicht: Chemietoiletten. Besonders häufig sieht man sie auf Baustellen oder eben - gerade jetzt im Sommer - auf Festivals. Wer schon einmal hier seine Notdurft verrichtet hat weiß, dass es angenehmeres gibt. Zudem werden die Fäkalien - wie der Name bereits erahnen lässt - mit Chemikalien versetzt und anschließend in einer Kläranlage entsorgt. Doch was hat das nun mit einem Goldeimer zu tun?
Genau genommen geht es nicht um einen Goldeimer, sondern um die Goldeimer GmbH. Aber beginnen wir von vorne. Das Wirkungsprinzip von Chemietoiletten wurde oben bereits kurz erläutert. Zwei der Hauptprobleme dabei: Die unangenehme Geruchsentwicklung und die Entsorgung in der Kläranlage.

In Deutschland sind Kläranlagen im Regelfall der größte Energiekonsument einer Kommune. Das allein schon ist bedenklich. Hinzu kommt, dass in unseren Fäkalien wichtige Nährstoffe enthalten sind, die in den Kläranlagen ungenutzt vernichtet werden. Insbesondere sind hier Stickstoff (N), Phosphat (P) und Kalium (K) zu nennen, die sich als natürlicher Dünger eignen.

Genau an diesem Punkt setzt Goldeimer an: Die Gründer haben ein Verfahren entwickelt, das diese Nährstoffe nutzbar macht. In ihren transportablen Toiletten werden die Ausscheidungen mit einem Gemisch aus Sägespänen, Pflanzenkohle und Mikroorganismen überdeckt. Dieses dient zum einen zur Geruchsbindung und zum anderen als Basis für den anschließenden Kompostierungsvorgang. So werden gleich mehrere Fliegen mit einer Klappe geschlagen.

Zurzeit tourt die "Goldeimer Crew" wieder über die Festivals uns macht dort auf sich aufmerksam. Neben dem Ziel die Sitzungen auf den Festival-Toiletten so angenehm wie möglich zu gestalten, haben sie sich zudem auf die Fahnen geschrieben, über die prekäre Situation hinsichtlich sanitärer Einrichtungen in vielen Ländern dieser Erde zu informieren.
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